MdL Gerd Teßmer: „Weil Bio-Diesel ein Beitrag zum Klimaschutz ist, die heimische Landwirtschaft unterstützt und preiswert ist, muss die Landesregierung jetzt mit gutem Beispiel vorangehen“
Die Erzeugung und Verwendung des umweltfreundlichen Bio-Diesel muss nach dem Willen der SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg verstärkt werden. Der SPD-Abgeordnete Gerd Teßmer, agrarpolitischer Sprecher seiner Fraktion, forderte die CDU/FDP-Koalition auf, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und in einem ersten Schritt die Dieselautos in der Fahrzeugflotte von Regierung und Polizei auf Biodiesel (Raps-Methyl-Ester) umzustellen.
Teßmer wies die Darstellung des Innenministeriums zurück, der zufolge Biodiesel noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sei und die Motoren für diesen Treibstoff noch nicht geeignet seien. Nach den Worten Teßmers haben die Automobilhersteller Audi, Volkswagen und Mercedes-Benz alle ihre Fahrzeuge mit Dieselantrieb bereits seit 1997 für Bio-Diesel zugelassen. Voraussetzung für dessen Verwendung sei lediglich, dass es sich um einen nach DIN-Norm erzeugten Bio-Kraftstoff handele. Diesen Standard garantiere derzeit eine Firma im bayerischen Ochsenfurt. Teßmer setzt sich dafür ein, dass diese Firma ihren geplanten Erweiterungsbau mit Unterstützung des Landes im badischen Obrigheim errichten kann.
Nach den Worten des SPD-Agrarexperten brauchen die TDI-Fahrzeuge von VW und Audi nicht umgerüstet werden, sondern können problemlos mit Bio-Diesel fahren. Bei den Dieselautos von Mercedes-Benz werde allerdings eine Zusatzausrüstung mit einem so genannten PME-Paket erforderlich, das bei einem Neufahrzeug 160 Euro zusätzlich
koste.
Teßmer kritisierte vor diesem Hintergrund, dass die Landesregierung beim Leasen von Polizeifahrzeugen bei der Ausschreibung gar nicht auf den Einsatz von Bio-Diesel Wert gelegt habe, obwohl die Mercedes-Diesel mit dem PME-Paket ohne Weiteres in der Lage sind, biogenen Treibstoff zu tanken.
Dass es mit der Lieferbarkeit von Bio-Diesel aus Baden-Württemberg noch hapert, liegt nach Meinung von Teßmer daran, dass die Landesregierung die Entwicklung verschlafen habe. Schließlich sei der bayrische Hersteller in Ochsenfurt Baden-Württemberger, im Land aber mit seinen Plänen auf taube Ohren gestoßen.
Der Standort Obrigheim sei für eine Bio-Diesel-Anlage besonders geeignet, weil dort mit dem Neckar eine schiffbare Wasserstraße vorhanden sei, eine geeignete Gewerbefläche bereitgestellt werden könnte und weil man nun endlich darangehen müsse, sich über die Zeit nach dem dortigen Atomkraftwerk Gedanken zu machen.
Teßmer hält die Zeit für eine landeseigene Erzeugung von Bio-Diesel jetzt für „so günstig wie nie“. Bio-Diesel sei im Ausstoß von Kohlendioxid neutral, da die Fahrzeuge nur soviel Kohlendioxid ausstießen, wie die Rapspflanze vorher der Luft entzogen habe. „Wer Bio-Diesel fördert, leistet einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und zur Einkommenssicherung der heimischen Landwirtschaft. Außerdem ist der Literpreis sogar preiswerter als bei normalem Sprit, weil die Bundesregierung auf die Erhebung von Mineralölsteuer bei Bio-Diesel verzichtet hat.“
In Deutschland kann nach Angaben der Union zur Förderung von Oel-Proteinpflanzen e.V. (Martin Mendler
Stellv. Pressesprecher